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Die Zeit Da ist noch das Problem mit der Zeit: ▪ Ich trauere nun schon ein Jahr um meine Mutter. Ist das noch normal? ▪ Seit dem Tod meiner Tochter ist die Zeit stehengeblieben. ▪ Ich denke immer, die Trauer hat jetzt aufgehört, und dann scheint es wieder von vorne anzufangen. All diese Zeitempfindungen haben ihre Richtigkeit. Wir können uns selber helfen, indem wir uns ZEIT LASSEN. Wichtig ist, daß wir uns in all unseren Gefühlen annehmen und uns den Weg nicht durch unsere eigene Ablehnung noch schwerer machen. Alle Empfindungen dürfen sein. Da, wo wir uns gestatten, ZEIT ZU HABEN, können wir fast immer erleben, daß sich die Dinge langsam wandeln. |
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Du bist gegangen - was bleibt mir? Irgendwann wird es uns möglich, innerlich zu dem Verstorbenen zu sagen: „Du bist tot. Ich lebe noch ein bisschen. Dann sterbe ich auch.“ Dieser Satz von Bert Hellinger hat sich für viele als heilend erwiesen. Uns kann es dann möglich werden, das Leben wieder als ein Geschenk anzunehmen. Was uns bleibt, sind unsere Erinnerungen und unsere Verbundenheit mit dem Toten. Dadurch, daß der andere in unserem Leben war, hat er uns viel gegeben, vieles ist uns durch ihn möglich geworden und zur Entfaltung gekommen. Dieses bleibt uns, und wir können das von ihm Begonnene noch weiterwachsen lassen. Manchmal erleben wir auch in uns, daß nun, nachdem der andere Mensch nicht mehr lebt, andere und auch neue Teile unseres Wesens hervorkommen können. Das ist oft schmerzhaft zu erkennen, aber diese Erkenntnis kann uns Mut zu Neuem geben. Was uns bleibt, über alle Trauer und Verzweiflung hinweg, ist das Gefühl der Dankbarkeit dafür, daß der andere bei uns war und einen Teil des Lebensweges mit uns zusammen gegangen ist, oder daß wir ihn kennenlernen durften. Das Sich-wieder-Einlassen auf das Leben braucht Zeit, viel Zeit. Lassen sie sich Zeit für Ihren Weg. Auch wenn sie das Gefühl haben, nie in der geschilderten Form getrauert zu haben, dann ist auch das jetzt für Sie richtig und in Ordnung: Sie gehen Ihren Weg auf ihre Weise und zu ihrer Zeit. |
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Eine andere Art des Sprechens Vielen Menschen wird es ganz besonders in der Zeit der Trauer wichtig, sich dem Glauben zuzuwenden. In dieser Zuwendung fanden sie vielleicht schon früher Trost und Hilfe und nun wird ihnen diese Verbindung ganz besonders wichtig. Anderen Menschen geschieht es, dass sie in dieser Zeit ihr sonst verlässliches Vertrauen zu Gott verlieren. Häufig erleben wir, dass Menschen dann wütend auf Gott sind, ihn als ungerecht und grausam erleben und mit ihm zürnen. Andere wiederum fühlen sich bestraft. Sie erleben sich schuldig oder unwürdig und meinen, dass sie es nicht wert gewesen seien, dass der geliebte Mensch weiterhin bei ihnen bleiben durfte. All diese Gefühle und Gedanken machen es dann schwer, mit Gott zu sprechen, sich ihm anzuvertrauen und vielleicht auch für den Verstorbenen zu beten. Es kann sein, dass Ihnen das Sprechen zu Gott wieder leichter wird, wenn Sie sich mit all dem, was Sie an Groll und Widerstand in sich spüren, dem Göttlichen zuwenden, es aussprechen und über dieses „Gespräch“ wieder in Kontakt mit IHM kommen. |
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In meiner Trauer bin ich doch nur eine Zumutung für andere Diese oder ähnliche Gefühle haben viele Menschen in der Zeit der Trauer. Wir haben dann das Gefühl, so anders zu sein, so schwer, so belastend, und wir glauben gar nicht, etwas geben zu können. All diese Gefühle und Ängste bringen uns dann dazu, uns eher zurückzuziehen. Gerade dann, wenn wir uns einsam, traurig oder verzweifelt empfinden, fällt es uns schwer, auf andere zuzugehen. Einige Gedanken die uns helfen können:
Wenn wir es wagen, uns auch einmal zuzumuten, kann der andere erfahren, daß er sinnvoll, hilfreich und wichtig für uns ist. |
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Körperliche und seelische Reaktionen Und dann sind da auch noch körperliche Veränderungen, veränderte Verhaltensweisen und seelische Reaktionen: Müdigkeit – Leeregefühl im Magen – Brustbeklemmungen – Herzrasen – Schlafstörungen – Zugeschnürtsein in der Kehle – Kurzatmigkeit – Appetitmangel – Leeres Funktionieren – Konzentrationsstörungen – Wahnvorstellungen – Verwirrung – Überempfindlichkeit – Desinteresse – Kontaktverweigerung – Verändertes Zeitgefühl – unverständliche Träume – Suchen und Rufen – Lautes Sprechen mit dem Verstorbenen – Überaktivität – Entscheidungsschwierigkeiten – Muskelschwäche. Alle diese Gefühle - Gedanken - Erlebnisse - sind normal. Sie kommen und gehen. Und eines Tages werden sie weniger intensiv und bedrohlich. |
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Mit dem Verstorbenen Leben Das Bedürfnis, mit dem Verstorbenen innerlich verbunden weiterzuleben, ist groß. Viele suchen Orte auf, wo sie mit dem anderen gemeinsame Erlebnisse hatten, stellen sich vor, was er oder sie jetzt fühlen, denken oder sagen würde, oder erzählen dem anderen in dieser inneren Verbundenheit von gegenwärtig erlebten Ereignissen und Gefühlen. Dieses Miteinander-Verbunden-Weiterleben ist in Ordnung und hilft uns, weiterzuleben und mit unserer Trauer umzugehen. Einige Anregungen, was uns in dieser Sehnsucht nach Verbundenheit helfen kann:
All dieses bringt manchmal auch schmerzhafte Gefühle mit sich. Deshalb ist es wichtig, in sich hineinzuhorchen und zu spüren, wann etwas gut ist und wann ich etwas lieber ruhen lassen möchte. |
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... und immer wieder kommt die Trauer Viele sagen: „Wann hört denn das endlich auf?“ Die Trauer hört in dem Sinne nicht auf, sie wird langsam ein Teil unseres Lebens, sie verändert sich, und wir ändern uns mit ihr. Die Fest- und Feiertage sind besonders schmerzlich. Da spüren wir den Verlust dann wieder mit einer Heftigkeit, die uns erschüttert. Viele Menschen berichten, dass das 1. Trauerjahr mit all seinen „Jahrestagen“ wirklich das schwierigste Jahr war, denn mit jedem dieser Tage kam eine große Anzahl von Erinnerungen, schönen und schmerzhaften. Das sind zum einen die großen Festtage, wie Weihnachten, Ostern und Geburtstage... Und dann sind es die Tage oder Wochen, die sich mit besonderen Erinnerungen verbunden haben, wie die Ferien, heute vor 20 Jahren haben wir uns kennengelernt, am 2. März bist du ins Krankenhaus gekommen, der Todestag, der Tag der Beerdigung... Manchmal ist es gut, solche Gedenktage auch besonders zu gestalten, z.B. etwas alleine zu machen und an den Verstorbenen zu denken, oder Freunde oder nahestehende Menschen zu bitten, an diesem Tag zu ihnen zu kommen. Oft wird dann der Austausch und das Aufleben der Erinnerungen zu einer tiefen Begegnung und Bereicherung für alle. |
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Vom Schweigen und Sprechen Immer wieder erzählen Menschen, dass ihnen das Sprechen eine wesentliche Hilfe war. Ihnen war es wichtig, ihre Gefühle und Gedanken über den Verstorbenen und den Tod auszudrücken. Manchmal müssen wir auch von besonderen Erlebnissen oder Momenten immer und immer wieder sprechen. Wir können dann erfahren, dass mit jedem Aussprechen die Last der Sorgen, der Ängste, der Trauer oder der Wut, der Einsamkeit oder Ohnmacht sich etwas verringert oder uns doch wenigstens für eine Weile erleichtert. Gut ist es zu wissen, wem ich mich und wieweit mitteilen möchte. Hin und wieder erleben wir auch dass uns jemand nicht wirklich anteilnehmend zugehört hat oder dass er uns allzuschnell mit einem ´guten Rat´ trösten wollte. Das ist schmerzhaft, aber auch früher sind wir ja auch nicht immer verstanden worden. Stellen Sie fest, dass es keine geeigneten Menschen in ihrer Umgebung gibt, denen sie sich mitteilen möchten, dann kann es Ihnen vielleicht helfen, sich in einer Trauergruppe in ihrer Umgebung oder Gemeinde anzuschließen. Vielleicht können Sie auch anregen, eine solche zu gründen. Diese Gruppen können deshalb besonders hilfreich und unterstützend sein, weil durch die Verbundenheit des ähnlichen Erlebens eine größere Bereitschaft entsteht, einander geduldig zuzuhören, zu verstehen und die Sorgen und Nöte miteinander zu teilen. Es gibt Menschen, die nicht das Bedürfnis haben, sich über das, was sie bewegt, über den Toten, den Tod und die Vielfalt der Erfahrungen auszutauschen. Sie möchten mit all dem lieber in der Stille auf ihre Weise umgehen. Wir sind in unserer Art, mit dem Verlust umzugehen, sehr unterschiedlich, geprägt durch unsere Lebensgeschichte. Jeder sucht sich den ihm gemäßen Weg. |
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Was da noch alles kommen mag – die Angst vor der Zukunft Die Zukunft wird oft als bedrohlich und unannehmbar erlebt, denn häufig ist ja der Mensch von uns gegangen, der uns die Zukunft lebenswert machte. Da tauchen Fragen und Gedanken auf: Wie schaffe ich das ohne ihn? Was soll nur aus mir werden? Ich habe Sorgen wegen der Kinder und auch wegen des Geldes! Solche und viele andere Fragen treten manchmal in bedrängender Fülle auf. Dazu kommt das Gefühl, ich will ja gar keine Zukunft. Folgendes hat anderen Menschen in diesen Fragen geholfen:
Es ist gut, sich die Zukunft nicht als große, bedrückende Last auszumalen, sondern ihr Tag zu Tag entgegenzuleben. |
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Weitere Hilfen Was kann Ihnen in dieser Zeit noch helfen? Vielleicht:
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