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Trauer ist die natürliche adäquate Reaktion auf den Verlust eines geliebten Menschen. Sie ist deshalb nicht eigentlich therapiebedürftig, bedarf jedoch der Begleitung, des Beistandes.
Trauer ist keine Krankheit, kann aber sehr wohl krankmachend sein, wenn sie nicht gelebt werden kann.
Zu Beginn der 80er Jahre fanden sich mit diesem Grundgedanken die ersten Selbsthilfegruppen von Eltern zusammen, die ein Kind durch Tod verloren hatten. Sie fühlten sich alleingelassen in einer auf stetes Funktionieren ausgerichteten Gesellschaft. Gleichbetroffene sind eher bereit, einander gegenseitiges Verstehen, Akzeptanz für außergewöhnliche Reaktionen und Solidarität auf dem Trauerweg entgegenzubringen. Die Möglichkeit zum Gespräch im schützenden Raum kleiner Gruppen bietet Betroffenen Hilfe, das Schicksal ins eigene Leben hineinzunehmen. Klage findet Gehör.
Im wiederholten Erzählen, Benennen, Formulieren selbst liegt heilende Kraft. Das Gefühl, verrückt zu sein findet in der Gemeinschaft „Verwaister Eltern“ zunehmend Entspannung bei der Entdeckung, dass „die abnormale Reaktion auf abnormale Ereignisse normal ist“. (Victor Frankl).
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